Anemonenrüti (Rohan-Schanze)

Die Gewöhnliche oder Gemeine Küchen- oder Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)
Die Gewöhnliche oder Gemeine Küchen- oder Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)

Region:

Bündner Herrschaft, Gemeinde Malans

Höhe:

525 m.ü.M.

Grösse:

3746 m2

Besonderheiten:

Letzter Standort der Gemeinen Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) im Kanton Graubünden. Im Weiteren wächst auch der seltene Deutsche Backenklee (Dorycnium germanicum) auf der artenreichen Trockenwiese.

 

Schutzstatus:

Das Schutzgebiet von Pro Natura ist im Kantonalen Natur- und Landschaftsschutzinventar als regionales Naturschutzobjekt eingetragen. Die Anemonenrüti ist zudem in der Ortsplanung als Naturschutzgebiet ausgeschieden.

Verhalten im Schutzgebiet:

  • Die eingezäunte Wiese nicht betreten.
  • Pflückverbot


Günstigste Besuchszeit:

Für die Küchenschellen im zeitigen Frühjahr (März)

Anreise:

Mit dem Zug bis Landquart oder Malans. Weiter zu Fuss entlang der im Kartenausschnitt grün (von Landquart) resp. violett (von Malans) eingezeichneten Routen zum Reservat südlich der Bahnlinie bei der Rohan-Schanze (Koordinaten: 761‘600/204‘740).

Ausrüstung:

Landeskarte 1:25000: Blatt 1176 Schiers

 

Küchenschellen-Reservat
Schutzgebietstafel
Schutzgebietstafel: Dieses antike Stück weist die Besucher darauf hin, dass die hier wachsenden Küchenschellen nicht gepflückt werden dürfen. Weil es die einzigen im ganzen Kanton Graubünden sind.

Die Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) gehört zu den stark gefährdeten Arten in der Schweiz. Wie viele andere Arten der Magerwiese wurde sie im Verlauf der letzten Jahrzehnte durch die zunehmend intensive Bewirtschaftung der Wiesen stark zurückgedrängt. Sie ist lichtliebend und verschwindet bei Düngung rasch aufgrund des Konkurrenzdruckes durch andere aufkommende Pflanzen. Die Küchenschelle ist zudem wärmeliebend und wächst daher nur in Sonnenlagen. Die kräftig violett blühende Gewöhnliche Küchenschelle gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse und ist einer der ersten Farbtupfer auf der Wiese im Frühjahr. Im Gegensatz zu ihr nahe verwandten Arten, welche die meisten in den Bergregionen wachsen, ist die Gewöhnliche Küchenschelle ans Leben in den Talregionen angepasst.


Als Massnahme zum Schutz des Küchenschellen-Bestandes in Malans ist eine extensive Nutzung der Schutzfläche unabdingbar. Da die Anzahl Blüten trotzdem sehr instabil war seit Beginn der Zählungen im Jahr 1983, wurde im Jahr 2007 ein Förderungsprojekt gestartet. Samen der Malanser Pflanzen wurden für eine Nachzucht verwendet und die Jungpflanzen in der Folge wieder ausgepflanzt. Die Bemühungen scheinen sich gelohnt zu haben, die Anzahl der Küchenschellen ist in den letzten Jahren wieder angestiegen.


Die schonende Nutzung, insbesondere der Verzicht auf den Einsatz von Bioziden, die ausbleibende Wasserregulierung sowie das späte Mähen der Wiese fördern auch viele andere Arten, die an magere, trockene Standorte gebunden sind. So ist z.B. im Sommer der seltene Deutsche Backenklee (Dorycnium germanicum) zu sehen, der in der Schweiz ausschliesslich im Bündner Rheintal wächst.