Mediencommuniqué

08.11.2017

Kein Fun-Park im UNESCO-Welterbe an der Bernina

 

Die Umweltverbände Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Mountain Wilderness Schweiz und Pro Natura sprechen sich in einer gemeinsamen Einwendung klar gegen die geplante Zipline von der Alp Grüm nach Cavaglia aus. Das auf Fun und Action ausgerichtete Angebot beeinträchtigt die geschützte Landschaft am Bernina und widerspricht der touristischen Positionierung des Puschlavs.

 

An der knapp 2 km langen Tyrolienne sollen Gäste künftig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometer von der Alp Grüm nach Cavaglia sausen. Seit 2008 gehört die Berninalinie zum UNESCO-Welterbe. Sie hat diese Auszeichnung erhalten, weil die Bahnlinie spektakulär in die Landschaft gebaut ist und sich die schönsten Aussichten der Alpen bieten.

 

Problematischer Eingriff in geschützte Landschaft

 

Für die Tyrolienne werden zwei Seile mit gut sichtbaren Markierungen zur Vermeidung von Kollisionen mit dem Flugverkehr und Grossvögeln in die Landschaft gehängt. Diese auffälligen Seile, aber auch die heruntersausenden, kreischenden Gäste werden das Landschaftserlebnis am Bernina massiv stören. Neben dem UNESCO Welterbe Berninalinie tangiert das Projekt ein Landschaftsschutzgebiet von kantonaler Bedeutung in der Ebene von Cavaglia.

 

Fun und Action gehören nicht in eine ruhige Landschaft

 

Das Rummelplatz-ähnliche Angebot einer Tyrolienne soll nicht in einer Landschaft errichtet werden, welche durch touristische Infrastrukturen wenig vorbelastet ist. Das Gebiet zwischen der Alp Grüm und Cavaglia wurde bis heute von grossen Infrastrukturen und Lärm weitgehend verschont. Wanderer, Biker, Skitourengänger und Schneeschuhläufer kommen wegen der intakten Landschaft, der Ruhe und der schönen Aussichten. Auf der Suche nach dem Adrenalinkick würden die wenigen Gäste der Zipline das Landschaftserlebnis der Bahnreisenden und Erholungssuchenden massiv stören. Das ist auch aus touristischer Sicht unverantwortlich. Die Zipline wäre ein Fehlgriff in der touristischen Positionierung des Puschlavs.

 

Die Umweltverbände erachten das Projekt Zipline deshalb als nicht bewilligungsfähig. Zur Landschaft an der Berninalinie muss Sorge getragen werden.

 

Weitere Auskünfte:

Franziska Grossenbacher, Projektleiterin Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, 031 377 00 77

Jacqueline von Arx, Geschäftsleiterin Pro Natura Graubünden, 079 792 23 52

Katharina Conradin, Geschäftsleiterin Mountain Wilderness Schweiz, 079 660 38 66

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