Mediencommuniqué

03.11.2017

Winterfahr-Trainings im Safiental abgewendet

Winter von lärmigen und umweltschädlichen «Fahrtrainings» verschont. Es profitieren die Wildtiere und die national geschützte Landschaft bleibt intakt. Die Veranstalterin Meet Success AG zieht ihr Baugesuch für die Winterfahrtrainings zurück.

 

Es bleibt auch nächsten Winter ruhig im Safiental – und das ist gut so. Ende August hatte eine private Firma ein Baugesuch eingereicht, um auf dem Hüscheraboden in der Nähe von Versam im Winter 2018 Fahrtrainings durchführen zu können. Geplant war eine temporäre Piste, auf welcher jeweils im Januar und Februar mit fabrikneuen Autos Winterfahrtrainings durchgeführt werden sollten.

 

Widerstand in der Gemeinde

 

Die Umweltverbände Mountain Wilderness Schweiz, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Pro Natura Graubünden und WWF Graubünden mussten in einer Stellungnahme an den Kanton Graubünden aufzeigen, dass das Projekt nicht mit den Grundsätzen der raumplanerischen Gesetzgebung vereinbar ist. So wäre die Trainingsfläche im BLN-Gebiet Ruinaulta, einer Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN), und gleich angrenzend an eine Wildruhezone zu liegen gekommen. Im BLN-Gebiet gilt jedoch der Grundsatz der grösstmöglichen Schonung von Natur und Landschaft, und die Wildruhezonen sollen einen Rückzugsraum für Wildtiere vor Störungen schaffen. Das Projekt passte ausserdem ganz und gar nicht zur touristischen Strategie des Safientals, welches sich in den vergangenen Jahren auf einen sanften, nachhaltigen und stillen Wintertourismus ausgerichtet hatte. Erfreulicherweise hat dies auch die Gemeinde Safiental so beurteilt und sich gegen das Baugesuch gestellt. Aufgrund eines Gesprächs unter Führung des kantonalen Amts für Raumplanung hat die Meet Success AG nun ihr Baugesuch zurückgezogen.

 

Gesamtschau gefordert

 

Die Umweltverbände begrüssen diesen Entscheid zugunsten von Natur- und Landschaft. Das grundsätzliche Problem ist damit allerdings nicht gelöst. In den letzten Jahren wollen immer mehr Autohändler guten Kunden ein spezielles Fahrerlebnis vermitteln und bieten darum unter dem Deckmantel der «Fahrsicherheit» Spass- und Schleudererlebnisse in verschneiter Kulisse an. Die Umweltverbände erinnern an den jahrelangen Kampf um den Schottensee auf dem Flüelapass, der bis vor wenigen Jahren von der Marke BMW ohne ausreichende Rechtsgrundlage für einen exklusiven Fahrspass genutzt wurde. Es ist am Kanton, diesem Wildwuchs Einhalt zu gebieten und die notwendigen Auflagen zu machen, dass geeignete und rechtskonform nutzbare Flächen von mehreren Anbietern gemeinsam genutzt werden müssen.

 

Weitere Auskünfte:

Katharina Conradin, Geschäftsleiterin Mountain Wilderness Schweiz, katharina.conradin@mountainwilderness.ch, 079 660 38 66

Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin WWF Graubünden, anita.mazzetta@wwf.ch, 076 500 48 18

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