Muttner Bergwiesen

Region:

Viamala, Obermutten, Gemeinde Mutten

Höhe:

1'900 m.ü.M.

 

Grösse:

25 ha Bergwiese


Besonderheiten:

Die artenreichen Trockenwiesen in der Walsersiedlung Obermutten gehören zu den bedeutensten Paradieslilienvorkommen im Kanton Graubünden.

Pro Natura Engagement:

Das Gebiet wurde 2009 von Pro Natura Graubünden erworben und wird von zwei Pächtern bewirtschaftet.

 

Schutzstatus:

Die Muttner Bergwiesen (TWW-9828) sind Trockenwiesen von nationaler Bedeutung. Sie sind auch Teil der geschützten Landschaft Obermutten-Muttner Höhi (L-316) von regionaler Bedeutung.

Verhalten im Schutzgebiet:

  • Pflücken von Pflanzen ist verboten
  • Offizielle Wege nicht verlassen (auf der Karte rot markiert)
  • Hunde an der Leine führen
  • Feuer machen und campieren ist zu unterlassen

 

Günstigste Besuchszeit:

Sommer, Paradislilienblüte ist Ende Juni/Juli

Anreise:

Mit der RhB von St. Moritz oder Chur nach Thusis, Postauto nach Obermutten (Reservation obligatorisch).

 

Ausrüstung:
Landeskarte 1:25‘000: Blatt Nr. 1215 Thusis; Wanderschuhe, Feldstecher, Picknick (Berggasthaus Post)

 

Ein Augenschmaus
Trockenwiese mit Paradieslilien
Die national geschützte Paradieslilie ragt mit ihren ca. 30 – 50 cm aus der Trockenwiese hervor. Die weissen, trichterförmigen Blüten geben der Lilie ihren grazilen Hauch.

Zwischen dem Albulatal und dem Hinterrhein liegen am Südhang der Muttner Höhi die Muttner Berge. Augenfällig in diesen Trockenwiesen ist die im Sommer blühende Paradieslilie (Paradisea liliastrum). Dieses seltene und potenziell gefährdete Liliengewächs weist eine beindruckende Anzahl auf. Auch verschiedene Orchideenarten gedeihen in den Muttner Trockenwiesen. Wie die Paradieslillie sind auch alle Orchideenarten in der Schweiz geschützt (NHV 1991). Als Faustregel gilt, je mehr Orchideenarten auf einer Wiese sichtbar sind, desto höher die Floravielfalt. In den Muttnerwiesen sind neun verschiedene Orchideen zuhause. Diese Artenzusammensetzung verleiht den Trockenweisen eine kantonal einzigartige Bedeutung. Zur Hauptblütezeit sind die Muttner Bergwiesen nicht nur für den Besucher eine wahre Freude, sondern auch für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten eine ausgezeichnete und ergiebige Nektar- und Pollenquelle.


Bodeneigenschaften
Die Flora im Schutzgebiet variiert je nach Säuregehalt des Bodens. Die oberen, eher flacheren Böden sind oberflächlich stärker versauert, weshalb vorwiegend blumenreiche Borstgraswiesen gedeihen.  In den anschliessenden steileren Abschnitten sind eher basenliebende Pflanzenarten wie etwa der Wundklee zu finden. Über weite Teile des Schutzgebiets befinden sich sowohl Säure- als auch Basenzeiger in der Trockenwiese. Dies ist auf den Untergrund zurückzuführen. Der Bündnerschiefer ist eine heterogene geologische Einheit und weist je nach Ablagerungen eher kalkreiche oder quarzreiche Schichten auf.


Notwendige Bewirtschaftung
Stellenweise wurden die Wiesen bis vor wenige Jahre gedüngt oder beweidet. Wiesen, welche bereits früher als Mähwiesen bewirtschaftet wurden, weisen heutzutage die grössere Artenvielfalt auf. Zusammen mit zwei lokalen Landwirten kümmert sich Pro Natura Graubünden um die optimale Pflege – extensive Nutzung-  zum Erhalt und der Förderung der Floravielfalt. Mit zusätzlichen Pflegeeinsätzen werden die Randbereiche aufgewertet, welche in den letzten Jahren eingewachsen sind.
Die Bewirtschaftung der Trockenwiesen ist sehr zeitintensiv. Deshalb ist Pro Natura Graubünden jährlich auf das Engagement von Freiwilligen, den Einsatz von Zivildienstleistenden oder Praktikanten zum Unterhalt der Wiesen angewiesen.