Stelsersee

Region:

Prättigau, Gemeinden Schiers und Luzein

Höhe:

1670 m.ü.M.

Grösse:

ca. 7,2 Hektaren

Pro Natura Engagement:

Seit 1947 bemüht sich Pro Natura für die Erhaltung und den Schutz des einmaligen Bergsees, und seit 1972 ist die Organisation Eigentümerin des Stelsersees. Heute umfasst das Schutzgebiet eine Fläche von ca. 7,2 ha.

Verhalten im Schutzgebiet:

  • Signalisierte Wege und Pfade nicht verlassen.
  • Keine Wege ohne Bewilligung mit Motorfahrzeugen befahren.
  • Hunde an die Leine nehmen.
  • Nicht Campieren oder Baden.
  • Keine Tiere fangen, stören, verfolgen oder einsetzen.
  • Keine Pflanzen pflücken, ausreissen und einsetzen.


Günstigste Besuchszeit:

Frühling, Sommer, Herbst

Anreise:

Mit der Rhätischen Bahn bis Schiers, anschliessend mit Postauto bis Stels, dann zu Fuss.

Ausrüstung:

Landeskarte 1:25000: Blatt 1176 Schiers

 

Eindrucksvoller Zeuge der Eiszeit
Rekordverdächtig: Die Weisse Seerose kommt im ganzen Kanton Graubünden nur hier wild vor und soll sogar den gesamtschweizerischen Höhenrekord innehaben. Bild: Christian Geiger
Rekordverdächtig: Die Weisse Seerose kommt im ganzen Kanton Graubünden nur hier wild vor und soll sogar den gesamtschweizerischen Höhenrekord innehaben. Bild: Christian Geiger

Gewaltige Naturkräfte haben am Ende der letzten Eiszeit die Voraussetzungen zur Entstehung des Stelsersees geschaffen. Heute zeichnet sich der liebliche Bergsee durch wertvolle Verlandungszonen und eine reiche Tier- und Pflanzenwelt aus.

 

Gletscherkräfte formen den Ur-Stelsersee

Vor mehr als zehntausend Jahren, als das Abschmelzen der grossen Gletscher begann, nahm die Entstehung des Stelsersees ihren Anfang. Der abschmelzende Gletscher hinterliess eine Wallmoräne, hinter der sich ein See aufstaute. Dieser Ur-Stelsersee war deutlich grösser als heute.
Der abfliessende Seebach hat sich mit der Zeit immer stärker in die Moräne eingefressen, wodurch sich der See langsam entleerte. Erst als der Bach auf felsigen Untergrund stiess, wurde die Entleerung gestoppt. Der Bachausfluss und die Wallmoräne sind heute noch gut sichtbare Zeugen in der Landschaft.

 

Vom Ur-See zum Moorsee

Das stete Wachstum und das Absterben der Wasser- und Uferpflanzen haben zu ringförmigen Verlandungszonen von unterschiedlicher Grösse und Vegetation geführt. Die Verlandung schreitet nur bis zu einer gewissen Wassertiefe vor und verläuft auf dieser Meereshöhe sehr langsam.
Wegen der beträchtlichen Wassertiefe in der Mitte des Sees veränderte sich die offene Wasserfläche des Stelsersees in den letzten Jahrzehnten deshalb kaum mehr.

Ein fliegender Edelstein?
Nein, es ist die Alpen-Smaragdlibelle, die im Sonnenlicht grünschillernd aufblitzt.
Die flinken Flugakrobaten lassen sich über der Verlandungszone beobachten. Ihre Larven leben 3 Jahre lang im Torfschlamm, bis sie sich in flugfähige Libellen verwandeln.
Bild: Herbert Stadelmann

 

Seltene Arten lassen sich entdecken

Der Stelsersee ist bekannt für seine Insektenvielfalt. Seltene Libellen mit klingenden Namen wie die Kleine Moosjungfer oder die Speer-Azurjungfer kommen hier vor.
Und bei den Pflanzen lässt sich mancher Höhenrekord verbuchen: Neben der Weissen Seerose gedeiht auch die See-Flechtbinse nirgends in Graubünden so hoch oben wie am Stelsersee.

 

Empfindliche Lebensräume benötigen unseren Schutz

Verlandungszonen sind ebenso wertvolle wie empfindliche Lebensräume. Sie sind durch ständige Vernässung und Torfbildung charakterisiert. Der Stelsersee besitzt eine beispielhafte Anordnung der Vegetationszonen im Gewässerbereich. Jede Zone zeichnet sich durch ihre eigene Vegetation mit andern Arten, Farben und Strukturen aus. Die nassen Torfböden im Umfeld des Sees sind sehr empfindlich gegenüber Trittbelastung und sollten nicht begangen werden. Auch der Eintrag von Nährstoffen kann die Verlandungszonen stören oder zum Verschwinden bringen. Dank einer ungedüngten Pufferzone um den See ist diese Gefahr hier gebannt.